Grandhotel Panhans

Gelegen auf 1000 Metern Seehöhe, inmitten eines eindrucksvollen Bergpanoramas, wurde das Grandhotel Panhans 1888 von Vinzenz Panhans, dem ehemaligen Chefkoch des einige Jahre zuvor erbauten Südbahnhotels, als weiteres Nobelhotel auf der Südbahnstrecke gegründet. Nach dem Ausbau im Jahr 1913 durch die Wiener Architekten Fellner und Helmer galt das Panhans mit seinen vielen prominenten Gästen, von Adelsträgern bis hin zu Künstlern und Ministern, als eines der größten Grandhotels Europas. Zu den illustren Urlaubern zählten nicht nur Kaiser Franz Joseph I., sondern auch Kunstschaffende wie Arthur Schnitzler, Stefan Zweig, Gerhart Hauptmann, Oskar Kokoschka, Peter Altenberg oder Karl Kraus. Der eindrucksvolle Festsaal liegt so wie auch der Restaurantbereich, die Rezeption und das ehemalige kleinere Hallenbad des Hotels nach wie vor in dem Teil des historisch erhaltenen Haupthauses.

Der Semmering entwickelte sich bald von einer kleinen Gemeinde zu einem mondänen Höhenluftkurort und bahnte der Tradition des Kur- und Sommerfrische-Tourismus in ganz Österreich den Weg. Mit dem Ende der Monarchie und dem Ausbruch des 2. Weltkrieges ging die Blütezeit des glamourösen Erholungszentrums jedoch langsam dem Ende zu. Während der NS-Herrschaft stand das Grandhotel Panhans als Gauhotel Semmering den NS-Granden zur Verfügung, schließlich ging es in den Besitz der Gauelektrowerke über. Nach Ende des Weltkrieges war der einst noblen Semmeringregion aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur sowjetischen Besatzungszone eine lang anhaltende Zeit des Niedergangs beschieden. Dennoch konnte das Panhans noch etliche Jahre als Grandhotel zugänglich bleiben und wurde erst 1969 erstmalig geschlossen. Trotz großflächiger Umwidmungen und Erneuerungen erlebte das historische Gebäude jedoch bereits Anfang der 1980er-Jahre neuerlich ein Aufleben des Hotelbetriebs. Neben den bereits 70 nunmehr wieder bestehenden Zimmern wurden Anfang der 90er Jahre weitere 44 Zimmer sowie mehrere Veranstaltungsräume und zwei Restaurants hinzugefügt und abermals in Betrieb genommen.

Nach 2012 wurde das Grandhotel Panhans von einem ukrainischem Konsortium erworben, welches seit 2017 mittels aufwendiger Restaurierungsarbeiten und anhand alter Bilder aus der Vorkriegszeit darum bemüht ist, dem historischen Gebäude den alten Geist des "Fin de Siecle" wieder einzuhauchen und in dem legendären Grandhotel die Zeit der Jahrhundertwende abermals spürbar zu machen. Dankenswerterweise erklärten sich die neuen Eigentümer 2022 zudem kurzfristig bereit, den Besuchern des Kultur.Sommer.Semmering das Grandhotel als einzigartige Kulisse für Kunst und Kultur exklusiv zu öffnen. Gemeinsam mit den KünstlerInnen des Festivals wird es somit ab dem kommenden Sommer möglich sein, in den weitläufigen Jugendstil-Räumlichkeiten wieder tief in die alte Welt der Jahrhundertwende einzutauchen.